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  2. Zufallsexperiment

Zufallsexperiment

Ein Zufallsexperiment ist ein grundsätzlich beliebig oft wiederholbarer "Versuch", welcher unter identischen Bedingungen zu 2 oder mehreren nicht vorhersagbaren Ergebnissen E1, E2, … En führt, wobei das zeitlich jeweils nächste Ergebnis nicht vorhersehbar und unabhängig von den zeitlich vorhergehenden Ergebnissen ist.

Hier findest du folgende Inhalte

5
Formeln
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    Schließende Statistik

    Die schließende Statistik ermöglicht es von einer (kleinen) Stichprobe auf die (große) Grundgesamtheit G zu schließen.


    Stichprobe

    Die Stichprobe ist eine repräsentative Teilmenge, die der Grundgesamtheit zufällig entnommen wurde. Sie gilt als repräsentativ, wenn sie die typischen Merkmale der Grundgesamtheit repräsentiert.


    Wahrscheinlichkeitsrechnung

    Die Wahrscheinlichkeitsrechnung ist die Grundlage der schließenden Statistik. Sie dient dazu, die Ergebnisse von Zufallsexperimenten auszuwerten, da deren Ausgang ja nicht exakt vorhersagbar ist.

    Wahrscheinlichkeitsrechnung
    Zufallsexperiment
    Schließende Statistik
    Stichprobe
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    Einstufige Zufallsexperimente und deren Wahrscheinlichkeiten

    Ein Zufallsexperiment ist ein grundsätzlich beliebig oft wiederholbarer "Versuch", welcher unter identischen Bedingungen zu 2 oder mehreren nicht vorhersagbaren Ergebnissenführt. Dabei ist das zeitlich jeweils nächste Ergebnis unabhängig von den zeitlich vorhergehenden Ergebnissen.


    Ergebnismenge \(\Omega\)

    Ein Ergebnis ist der spezifische Ausgang von einem Zufallsexperiment. Die Ergebnismenge, auch Ergebnisraum genannt, ist die Menge aller möglichen Ergebnisse Ai eines Zufallsexperiments, die grundsätzlich auftreten können.

    \(\Omega = \left\{ {{A_1},{A_2},...,{A_n}} \right\}\)

    • Ergebnis eines einmaligen Würfelwurfs: "2 Augen"
    • Die Menge aller möglichen Ergebnisse - also der Ergebnisraum \(\Omega\) - beim Würfeln ist \(\Omega = \left\{ {1;2;3;4;5;6} \right\}\)
    • Die Menge aller möglichen Ergebnisse - also der Ergebnisraum \(\Omega\) - beim Wurf einer Münze ist \(\Omega = \left\{ {{\rm{Kopf;Zahl}}} \right\}\)
    • Die Menge aller möglichen Ergebnisse - also der Ergebnisraum \(\Omega\) - beim Würfeln mit 2 Würfeln ist \(\Omega = \left\{ {\left( {1;1} \right);\left( {1;2} \right);...;\left( {1;6} \right);\left( {2;1} \right);\left( {2;2} \right);....\left( {6;6} \right)} \right\}\)

    Ereignismenge \(P\left( \Omega \right)\)

    Ereignismengen, auch Ereignisräume genannt, sind Teilmengen der Ergebnismenge. 

    \(P\left( \Omega \right) = \left\{ {A\left| {A \subseteq \Omega } \right.} \right\}\)

    Beispiel Würfel:

    • Ergebnismenge: \(\Omega = \left\{ {{1},{2},...,{6}} \right\}\)
    • Ereignismenge "nur" die gerade Augenzahl: \(P\left( \Omega \right) = \left\{ {2;4;6} \right\}\)

    Elementarereignis

    Das Elementarereignis Ai ist eine Teilmenge der Ergebnismenge \(\Omega\) mit genau einem Element.

    \({A_i} \in \Omega\)

    Zur Veranschaulichung:
    Wirft man einen Würfel, so umfasst die Ergebnismenge \(\Omega = \left\{ {1,2,3,4,5,6} \right\}\) genau 6 Elementarereignisse : 1 Auge, 2 Augen, 3 Augen, 4 Augen, 5 Augen, 6 Augen


    Gegenereignis

    Das Gegenereignis A‘ tritt genau dann ein, wenn das Ereignis A nicht eintritt. Alle Elemente des Ereignisses A und seines Gegenereignisses A‘ ergeben zusammen die Ergebnismenge \(\Omega\).
    \(A' + A = \Omega\)

    Die Verneinung vom Ereignis E heißt Gegenereignis \(\overline E \). Für ein Ereignis E und sein Gegenereignis \(\overline E \) gilt folgender Zusammenhang:
    \(P\left( E \right) = 1 - P\left( {\overline E } \right)\)


    ​​​Wahrscheinlichkeit

    Die Wahrscheinlichkeit ist ein Maß dafür, wie wahrscheinlich der Eintritt eines Ereignisses ist. Bei der wiederholten Durchführung eines Zufallsexperiments tritt eine Abfolge von einzelnen Elementarereignissen Ai auf. Man kann zwar nicht vorhersagen genau welches Elementarereignis als nächstes auftritt, aber man kann eine Aussage darüber machen, wie häufig ein bestimmtes Elementarereignis im Vergleich zu den anderen Elementarereignissen auftritt. Die Wahrscheinlichkeit nach Laplace P(A)=P(X=x) leitet sich aus der Häufigkeit eines bestimmten Elementarereignisses, im Verhältniss zur Häufigkeit aller Elementarereignisse ab.

    \(0 \leqslant P\left( A \right) \leqslant 1\) Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein beliebiges Elementarereignis eintritt, muss zwischen 0 und 1 liegen
    \(P\left( \Omega \right) = 1\) Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass alle Elementarereignisse eintreten, muss 1 sein.

    Gleichwahrscheinlichkeit

    Eine Gleichwahrscheinlichkeit liegt vor, wenn jedes der n Elementarereignisse die gleiche Wahrscheinlichkeit 1/n hat.


    Unbedingte Wahrscheinlichkeit P(A)

    Die unbedingte Wahrscheinlichkeit gibt an, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für den Eintritt eines Ereignisses ist, unabhängig von irgend welchen Vorbedingungen.

    Beispiel: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass morgen in Wien die Temperatur 30° C überschreitet? Antwort: Nieder, weil es nur ca. 30 derartige Hitzetage pro Jahr gibt.


    Bedingte Wahrscheinlichkeit P(B│A)

    Die bedingte Wahrscheinlichkeit P(B|A) ist die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten von B, unter der Voraussetzung (Bedingung), dass bereits das Ereignis A eingetreten ist, also bei von einander stochastisch abhängigen Ereignissen

    \(P\left( {{B}\left| {{A}} \right.} \right) = \dfrac{{P\left( {{A} \cap {B}} \right)}}{{P\left( {{A}} \right)}}\)

    Obige Formel ist lediglich die umformulierte Multiplikationsregeln für Wahrscheinlichkeiten ("Und Regel").

    Beispiel: Heute wird in Wien eine Temperatur von 35° C gemessen. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass morgen in Wien die Temperatur 30° C überschreitet? Antwort: Hoch, da sich die Klimalage nur alle paar Tage verändert.


    Gegenwahrscheinlichkeit

    Die Gegenwahrscheinlichkeit vom Ereignis A ist die Wahrscheinlichkeit dafür, dass das Ereignis A nicht eintritt. Oft ist es einfacher die Gegenwahrscheinlichkeit von einem Ereignis auszurechnen und daraus die Wahrscheinlichkeit des Ereignisses selbst zurückzurechnen.

    \(\eqalign{ & P\left( {A'} \right) = 1 - P\left( A \right) \cr & P\left( A \right) = 1 - P\left( {A'} \right) \cr}\)

    Anmerkung zur Notation:

    \(P\left( {A'} \right) = P\left( {\neg A} \right)\)


    Bernoulli Experiment

    Ein Bernoulli Experiment ist ein Zufallsexperiment, welches

    • genau 2 mögliche Ergebnisse hat: Treffer / Niete.
    • Die Wahrscheinlichkeit p für einen Treffer oder für eine Niete muss aber keinesfalls 50:50 bzw. 0,5 sein. Die Formel für die Laplace Wahrscheinlichkeit ("günstige" durch "mögliche")  gilt auch für Bernoulli Experimente, da diese ja nur ein Sonderfall vom Laplace Experiment sind.

    Beispiel: gerade und ungerade Tage im Jänner:
    Jeder Tag muss entweder gerade oder ungerade sein, aber es gibt im Jänner 15 gerade aber 16 ungerade Tage.

    \(\eqalign{ & P\left( {X = {\text{gerader Tag}}} \right) = \dfrac{{15}}{{31}} \cr & P\left( {X = {\text{ungerader Tag}}} \right) = \dfrac{{16}}{{31}} \cr} \)


    Gegenwahrscheinlichkeiten in einem Bernoulli Experiment

    Wenn in einem Bernoulli Experiment p die Wahrscheinlichkeit für einen Treffer ist, dann ist 1-p die Wahrscheinlichkeit für eine Niete, man nennt dies die Gegenwahrscheinlichkeit.


    Laplace Experiment

    Ein Laplace Experiment ist ein Zufallsexperiment, welches n mögliche Ergebnisse hat, wobei die Wahrscheinlichkeit für jedes der n Ergebnisse gleich groß ist. Man spricht dann von der Laplace Wahrscheinlichkeit.


    Beispiel für ein Laplace Experiment: Würfelwurf; Es gibt 6 mögliche Elementarereignisse, die die gleiche Wahrscheinlichkeit haben. 1 Auge, 2 Augen, 3 Augen, 4 Augen, 5 Augen, 6 Augen


    Laplace Wahrscheinlichkeit

    Die Laplace Wahrscheinlichkeit P(E) gibt den relativen Anteil der „günstigen“ Versuchsausgänge zu den „möglichen“ Versuchsausgängen an. Sie ist also eine Maßzahl für die Chance, dass ein bestimmtes Ereignis E bei mehreren möglichen Ereignissen eintritt. Alle Elementarergebnisse / Ausgänge müssen die gleiche Eintrittswahrscheinlichkeit haben.

    \(P\left( E \right) = \dfrac{{{\text{Anzahl der günstigen Fälle}}}}{{{\text{Anzahl der möglichen Fälle}}}}\)

    wobei: \(0 \leqslant P\left( E \right) \leqslant 1{\text{ und }}P\left( 0 \right) = 0{\text{ sowie P}}\left( \Omega \right) = 1\)

    E Ereignisse A, B
    P(A) Wahrscheinlichkeit für das Eintreten vom Ereignis A
    P(A)=1 Das Ereignis tritt sicher ein
    P(A)=0 Das Ereignis tritt sicher nicht ein
    Zufallsexperiment
    Bernoulli Experiment
    Laplace Experiment
    Laplace Wahrscheinlichkeit
    Bernoulli-Kette
    Ergebnismenge
    Ereignismenge
    Elementarereignis
    Gegenereignis
    Gegenwahrscheinlichkeit
    Wahrscheinlichkeit P
    Gleichwahrscheinlichkeit
    Bedingte Wahrscheinlichkeit
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    Zufallsvariable

    Eine Zufallsvariable X ist eine Funktion, die jedem Ergebnis ω vom Ergebnisraum Ω eines Zufallsexperiments eine reelle Zahl x zuordnet.

    \(X:\Omega \to R;\,\,\,X:\omega \to X\left( \omega \right) = x\)

    Das Ergebnis einfacher Zufallsexperimente ist etwa eine Augenzahl beim Würfeln oder "Kopf" oder "Zahl" beim Werfen einer Münze. Bei komplexeren Zufallsexperimenten ist das Ergebnis vom Experiment meist praktischer Weise eine Zahl. Der Großbuchstabe X steht dabei für die Zufallsvariable und der Kleinbuchstabe x steht für den einen, ganz konkreten Wert, den X annimmt. Man sagt auch, dass x die Zufallsvariable X "realisiert" und dass diese konkrete Realisation mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit eintritt.

    Man unterscheidet zwischen

    • diskreten Zufallsvariablen, die durch eine Wahrscheinlichkeitsfunktion beschrieben werden
    • stetigen Zufallsvariablen, die durch eine Dichtefunktion beschrieben werden

    Wahrscheinlichkeitsverteilung

    Die Wahrscheinlichkeitsverteilung beschreibt, mit welcher Wahrscheinlichkeit die einzelnen Ergebnisse eines Zufallsexperiments auftreten. Sie lässt sich auf 2 Arten, bei gleichem Informationsgehalt aber unterschiedlicher Darstellung, beschreiben:


    Wahrscheinlichkeitsverteilung für diskrete Zufallsvariablen

    Für diskrete Zufallsvariablen (Bernoulli Verteilung, Binomialverteilung, Poissonverteilung, hypergeometrische Verteilung) liegt die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von jedem einzelnen Wert zwischen 0 und 1. Die Summe der Einzelwahrscheinlichkeiten beträgt 1 (entsprechend 100%). Die Beschreibung erfolgt durch die

    • Wahrscheinlichkeitsfunktion f(x): \(f\left( x \right) = P\left( {X = x} \right)\)
       
    • Verteilungsfunktion F(x): \(F\left( x \right) = P\left( {X \leqslant x} \right) = \sum\limits_{{x_i} \leqslant x} {f\left( {{x_i}} \right)} \)

    Wahrscheinlichkeitsverteilung für stetige Zufallsvariablen

    Für stetige Zufallsvariablen (Normalverteilung, Gleichverteilung, Exponentialverteilung) beträgt die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten jedes einzelnen Werts der Zufallsvariablen exakt Null. Die Beschreibung erfolgt durch die

    • Dichtefunktion f(x): \(P\left( {a < X \le b} \right) = \int\limits_a^b {f\left( x \right)} \,\,dx = F\left( b \right) - F\left( a \right)\) wobei \(\int\limits_{ - \infty }^\infty {f\left( x \right)} \,\,{\mathop{\rm dx}\nolimits} = 1\)

      • Die Dichtefunktion ist für stetige Zufallsvariablen das Äquivalent zur Wahrscheinlichkeitsfunktion von diskreten Zufallsvariablen. Sie kann nur positive Werte annehmen und die gesamte Fläche unter ihrem Graph hat den Wert 1. Aus der Dichtefunktion f(x) lässt sich keine Wahrscheinlichkeit P(X) ablesen, da die Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine stetige Zufallsvariable X einen konkreten Wert x annimmt immer Null ist. Es gilt also: \(f\left( x \right) \ne P\left( {X = x} \right)\)
         
    • Verteilungsfunktion F(x): \(F\left( x \right) = P\left( {X \leqslant x} \right) = \int\limits_{ - \infty }^x {f\left( t \right)\,\,dt} \)
      • Auf der y-Achse der Verteilungsfunktion kann man die Wahrscheinlichkeit \(P\left( {X \le {x_1}} \right)\) ablesen, höchstens den Wert x1 zu erreichen.
    Zufallsvariable
    Zufallsexperiment
    Wahrscheinlichkeitsverteilung
    Wahrscheinlichkeit P
    Diskrete Zufallsvariable
    Stetige Zufallsvariable
    Wahrscheinlichkeitsfunktion
    Verteilungsfunktion
    Dichtefunktion
    Wahrscheinlichkeitsfunktion diskreter Zufallsvariablen
    Verteilungsfunktion diskreter Zufallsvariablen
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    Diskrete Zufallsvariable

    Die Anzahl der Ergebnisse des Zufallsexperiments ist endlich / abzählbar. Eine diskrete Zufallsvariable ist durch die Angabe ihres Wertebereichs \({x_1},{x_2},...,{x_n}\) und den Einzelwahrscheinlichkeiten fur das Auftreten von jedem Wert des Wertebereichs, also \(P\left( {X = {x_1}} \right) = {p_1},\,\,\,P\left( {X = {x_2}} \right) = {p_2},...P\left( {X = {x_n}} \right) = {p_n}\) vollständig definiert. Man spricht von der Wahrscheinlichkeitsfunktion, welche es nur für diskrete Zufallsvariablen gibt. (Bei stetigen Zufallsvariablen gibt es entsprechend die Dichtefunktion.)


    Spezielle Verteilungen diskreter Zufallsvariabler sind

    • Bernoulli-Verteilung
    • Binomialverteilung (mit Zurücklegen)
    • Poissonverteilung
    • hypergeometrische Verteilung (ohne Zurücklegen)

    Wahrscheinlichkeitsfunktion

    Die Wahrscheinlichkeitsfunktion, welche es nur für diskrete Zufallsvariablen gibt, beschreibt eine diskrete Wahrscheinlichkeitsverteilung, indem sie jedem \(x \in {\Bbb R}\) einer Zufallsvariablen X genau eine Wahrscheinlichkeit P aus dem Intervall \(\left[ {0;1} \right]\) zuordnet.

    \(f:x \to p\)

    \(f:x \to \left\{ {\begin{array}{*{20}{l}} {P\left( {X = {x_i}} \right)}&{für\,\,x = {x_i}}\\ 0&{für\,\,\,x \ne {x_i}} \end{array}} \right.\)


    Funktionsgraph der Wahrscheinlichkeitsfunktion

    Im Funktionsgraph der Wahrscheinlichkeitsverteilung werden über jedem (diskreten) Wert x die jeweilige Wahrscheinlichkeit P(X=x) dargestellt, wobei die einzelnen Wahrscheinlichkeiten P(X=x) mit Hilfe der Laplace-Wahrscheinlichkeit berechnet werden. Im Stabdiagramm wird über jedem (diskreten) Wert x ein Stab (dünner Balken) aufgetragen, dessen Höhe der jeweilige Wahrscheinlichkeit P(X=x) entspricht.

    Strecke f Strecke f: Strecke A, B Strecke g Strecke g: Strecke C, D Strecke h Strecke h: Strecke E, F P(1)=0,3 Text1 = “P(1)=0,3” P(2)=0,5 Text2 = “P(2)=0,5” P(3)=0,2 Text3 = “P(3)=0,2” P(x) Text4 = “P(x)” x Text5 = “x”


    Verteilungsfunktion

    Die Verteilungsfunktion einer diskreten Zufallsvariablen, auch kumulative Verteilfunktion genannt, gibt die Wahrscheinlichkeit dafür an, dass die Zufallsvariable X höchstens den Wert x annimmt.

    \(F\left( x \right) = P\left( {X \leqslant x} \right)\)

    Sie ist eine monoton steigende Treppenfunktion mit Sprüngen an den Stellen xi und daher nicht stetig. Geometrisch entspricht die Wahrscheinlichkeit P(X=x) der Sprunghöhe der Verteilungsfunktion F(x) an der Stelle x.

    Strecke f Strecke f: Strecke G, H Strecke g Strecke g: Strecke E, F Strecke h Strecke h: Strecke C, D Strecke i Strecke i: Strecke D, E Strecke j Strecke j: Strecke F, G Strecke k Strecke k: Strecke A, B Strecke l Strecke l: Strecke B, C F(x) Text1 = “F(x)” x Text2 = “x”


    F(x) ist für jedes x definiert und nimmt Werte von mindestens 0 bis höchstens 1 an.

    \(\eqalign{ & \mathop {\lim }\limits_{x \to - \infty } F(x) = 0 \cr & \mathop {\lim }\limits_{x \to \infty } F(x) = 1 \cr} \)

    Darüber hinaus gilt:

    \(\eqalign{ & P\left( {X \geqslant x} \right) = 1 - P\left( {X < x} \right) \cr & P\left( {X > x} \right) = 1 - P\left( {X \leqslant x} \right) \cr} \)


    Mittelwert einer Vollerhebung bzw. einer Stichprobe

    Der arithmetische Mittelwert bezieht sich immer auf die grundsätzlich abzählbare Anzahl n an Durchgängen eines Zufallsexperiments. Er ist definiert als die Summe aller beobachteten Werte dividiert durch die Anzahl der beobachteten Werte.
    \(\overline x = \dfrac{1}{n} \cdot \sum\limits_{i = 1}^n {{x_i}} \)


    Unterschied Mittelwert und Erwartungswert

    Wiederholt man das Zufallsexperiment unendlich oft, geht also \(n \to \infty \), so wird aus dem Mittelwert der Erwartungswert.


    Erwartungswert

    Der Erwartungswert einer diskreten Zufallsvariablen X, welche die diskreten Werte x1, x2, ..., xn mit den zugehörigen Wahrscheinlichkeiten P(X=x1), P(X=x2), ... P(X=xn) annimmt, errechnet sich aus der Summe der Produkte vom jeweiligen Wert xi und seiner Wahrscheinlichkeit P(X=xi). Merkregel: "Was passiert" mal "mit welcher Wahrscheinlichkeit passiert es".

    \(E\left( X \right) = \mu = {x_1} \cdot P\left( {X = {x_1}} \right) + {x_2} \cdot P\left( {X = {x_2}} \right) + ... + {x_n} \cdot P\left( {X = {x_n}} \right) = \sum\limits_{i = 1}^n {{x_i} \cdot P\left( {X = {x_i}} \right)} \)

    mit: \(P\left( E \right) = \frac{{{\text{Anzahl günstige Fälle}}}}{{{\text{Anzahl möglicher Fälle}}}}\)

    Der Erwartungswert ist ein Maß für die mittlere Lage der Verteilung, und somit ein Lageparameter der beschreibenden Statistik.

    • Ist die Wahrscheinlichkeit für jeden Versuch die selbe (z.B. bei binomialverteilten Experimenten), dann ist der Erwartungswert gleich dem arithmetischen Mittel.
    • Ist die Wahrscheinlichkeit für jeden Versuch unterschiedlich , dann ist der Erwartungswert gemäß obiger Formel ein gewichtetes arithmetisches Mittel.

    Erwartungswert für den Fall dass die diskrete Verteilung eine Binomialverteilung ist,

    die nur zwei Werte (Erfolg / Misserfolg) annehmen kann und deren Trefferwahrscheinlichkeit immer p ist:

    \(E\left( X \right) = n \cdot p\)


    Physikalische Analogie

    • Physikalisch entspricht der Erwartungswert dem Schwerpunkt. Man muss sich dabei die Massen R(X=xi) an den Positionen xi entlang vom Zahlenstrahl x platziert vorstellen.
    • Physikalisch entspricht die Varianz dem Trägheitsmoment, wenn man den oben beschriebenen Zahlenstrahl um eine Achse dreht, die senkrecht auf den Zahlenstrahl steht und die durch den Schwerpunkt verläuft.

    Varianz

    Die Varianz einer diskreten Zufallsvariablen ist die mittlere quadratische Abweichung der Zufallsvariablen von ihrem Erwartungswert und somit ein Streumaß der beschreibenden Statistik.
    \({\sigma _x}^2 = Var\left( X \right) = {\sum\limits_{i = 1}^n {\left( {{x_i} - E\left( x \right)} \right)} ^2} \cdot P\left( {X = {x_i}} \right)\)


    Verschiebungssatz

    Der Verschiebungssatz für diskrete Zufallsvariablen kann den Rechenaufwand für die Berechnung der Varianz verringern, es kann aber zum Verlust von Rechengenauigkeit kommen.
    \({\sigma _x}^2 = Var\left( X \right) = E\left( {{X^2}} \right) - E{\left( X \right)^2} = \sum\limits_{i = 1}^n {{x_i}^2 \cdot P\left( {X = {x_i}} \right) - E{{\left( X \right)}^2}} \)


    Standardabweichung

    Die Varianz hat den Nachteil, als Einheit das Quadrat der Einheit der zugrunde liegenden Zufallsvariablen zu haben. Das ist bei der Standardabweichung (auf Grund der Quadratwurzel) und beim Erwartungswert nicht der Fall.
    \({\sigma _x} = \sqrt {Var\left( X \right)} \)


    Physikalische Analogie für den Erwartungswert und für die Varianz:

    • Physikalisch entspricht der Erwartungswert dem Schwerpunkt. Man muss sich dabei die Massen R(X=xi) an den Positionen xi entlang vom Zahlenstrahl x plaziert vorstellen.
    • Physikalisch entspricht die Varianz dem Trägheitsmoment, wenn man den oben beschriebenen Zahlenstrahl um eine Achse dreht, die senkrecht auf den Zahlenstrahl steht und die durch den Schwerpunkt verläuft

    Illustration zur Veranschaulichung einer kleinen Varianz:

    Strecke f Strecke f: Strecke A, B Strecke g Strecke g: Strecke E, F Strecke h Strecke h: Strecke C, D P(X=x) Text1 = “P(X=x)” x Text2 = “x”

    \(\eqalign{ & {x_1} = 3;\,\,\,\,\,{x_2} = 4;\,\,\,\,\,{x_3} = 5; \cr & P\left( {{x_1}} \right) = 0,2;\,\,\,\,\,P\left( {{x_2}} \right) = 0,6;\,\,\,\,\,P\left( {{x_3}} \right) = 0,2; \cr & E(X) = \mu = \sum\limits_{i = 1}^3 {{x_i} \cdot P\left( {X = {x_i}} \right)} = 3 \cdot 0,2 + 4 \cdot 0,6 + 5 \cdot 0,2 = 4 \cr & Var(X) = {\sum\limits_{i = 1}^3 {\left( {{x_i} - E\left( X \right)} \right)} ^2} \cdot P\left( {X = {x_i}} \right) = {\left( {3 - 4} \right)^2} \cdot 0,2 + {\left( {4 - 4} \right)^2} \cdot 0,6 + {\left( {5 - 4} \right)^2} \cdot 0,2 = 0,4 \cr} \)

    Alternativ errechnet sich die Varianz unter Zuhilfenahme vom Verschiebungssatz wie folgt:

    \(Var(X) = \sum\limits_{i = 3}^3 {{x_i}^2 \cdot P\left( {X = {x_i}} \right)} - {\left( {E\left( X \right)} \right)^2} = {3^2} \cdot 0,2 + {4^2} \cdot 0,6 + {5^2} \cdot 0,2 - {4^2} = 0,4\)


    Illustration zur Veranschaulichung einer großen Varianz mit dem gleichen Erwartungswert:

    Strecke f Strecke f: Strecke A, B Strecke g Strecke g: Strecke E, F Strecke h Strecke h: Strecke C, D P(X=x) Text1 = “P(X=x)” x Text2 = “x”

    \(\eqalign{ & {x_1} = 2;\,\,\,\,\,{x_2} = 4;\,\,\,\,\,{x_3} = 6; \cr & P\left( {{x_1}} \right) = 0,2;\,\,\,\,\,P\left( {{x_2}} \right) = 0,6;\,\,\,\,\,P\left( {{x_3}} \right) = 0,2; \cr & E(X) = \mu = \sum\limits_{i = 1}^3 {{x_i} \cdot P\left( {X = {x_i}} \right)} = 2 \cdot 0,2 + 4 \cdot 0,6 + 6 \cdot 0,2 = 4 \cr & Var(X) = {\sum\limits_{i = 1}^3 {\left( {{x_i} - E\left( X \right)} \right)} ^2} \cdot P\left( {X = {x_i}} \right) = {\left( {2 - 4} \right)^2} \cdot 0,2 + {\left( {4 - 4} \right)^2} \cdot 0,6 + {\left( {6 - 4} \right)^2} \cdot 0,2 = 1,6 \cr} \)

    Alternativ errechnet sich die Varianz unter Zuhilfenahme vom Verschiebungssatz wie folgt:

    \(Var(X) = \sum\limits_{i = 3}^3 {{x_i}^2 \cdot P\left( {X = {x_i}} \right)} - {\left( {E\left( X \right)} \right)^2} = {2^2} \cdot 0,2 + {4^2} \cdot 0,6 + {6^2} \cdot 0,2 - {4^2} = 1,6\)

    Diskrete Zufallsvariable
    Zufallsexperiment
    Poissonverteilung
    Hypergeometrische Verteilung
    Bernoulli Verteilung
    Wahrscheinlichkeitsfunktion
    Wahrscheinlichkeit P
    Funktionsgraph der Wahrscheinlichkeitsfunktion
    Verteilungsfunktion diskreter Zufallsvariablen
    Erwartungswert diskrete Verteilung
    Varianz einer diskreten Zufallsvariablen
    Verschiebungssatz für diskrete Zufallsvariablen
    Standardabweichung
    Mittelwert eines Zufallsexperiments
    Binomialverteilung - Grundlagen
    Fragen oder Feedback
    Wissenspfad
    Aufgaben

    Stetige Zufallsvariable

    Man spricht von einer stetigen Zufallsvariablen, wenn die Anzahl der Ergebnisse des Zufallsexperiments unendlich,also nicht abzählbar, ist. Sie wird durch eine Dichtefunktion und/oder eine Verteilungsfunktion beschrieben.

    Spezielle Verteilungen stetiger Zufallsvariabler sind

    • Rechtecksverteilung
    • Exponentialverteilung
    • Normalverteilung
    • Standardnormalverteilung

    Dichtefunktion

    Die Fläche unter der Dichtefunktion beschreibt (mittels Integralrechnung) die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die stetige Zufallsvariable innerhalb vom Intervall [a, b] liegt. Umgekehrt bedeutet dies, dass in Intervallen in denen die Dichte (de-facto) Null ist auch (de-facto) keine Realisierungen von X liegen, während in Intervallen mit hoher Dichte auch eine große Anzahl an Realisierungen von X liegen.

    Dichtefunktion f(x): \(P\left( {a < X \le b} \right) = \int\limits_a^b {f\left( x \right)} \,\,dx = F\left( b \right) - F\left( a \right)\) , wobei die Fläche unter der Dichtefunktion normiert ist gemäß: \(\int\limits_{ - \infty }^\infty {f\left( x \right)} \,\,{\mathop{\rm dx}\nolimits} = 1\)

    Die Dichtefunktion ist für stetige Zufallsvariablen das Äquivalent zur Wahrscheinlichkeitsfunktion von diskreten Zufallsvariablen. Sie kann nur positive Werte annehmen und die gesamte Fläche unter ihrem Graph hat den Wert 1. Aus der Dichtefunktion f(x) lässt sich keine Wahrscheinlichkeit P(X) ablesen, da die Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine stetige Zufallsvariable X einen konkreten Wert x annimmt, Null ist. Es gilt also: \(f\left( x \right) \ne P\left( {X = x} \right)\)

    Zwischen der Dichtefunktion f(x) und der Verteilungsfunktion F(x) besteht folgender Zusammenhang:

    \(\begin{array}{l} f\left( x \right) = F'\left( x \right)\\ F\left( X \right) = \int\limits_{ - \infty }^\infty {f(t)\,\,dt} \end{array}\)

    Durch Ableiten der Verteilfunktion F erhält man die Dichtefunktion. Aus einer gegebenen Dichtefunktion f erhält man durch Integrieren die Verteilfunktion F.

    Funktion f Funktion f: Normal(0, 1, x, false) Funktion g Funktion g: g(x) = Integral(f) + 0.5 f(x) ... Dichtefunktion Text1 = “f(x) ... Dichtefunktion” F(x) .. Verteilungsfunktion Text2 = “F(x) .. Verteilungsfunktion”


    Verteilungsfunktion

    Die Verteilungsfunktion F(x) einer stetigen Zufallsvariablen gibt die Wahrscheinlichkeit dafür an, dass eine Zufallsvariable X einen Wert der kleiner oder gleich x annimmt. Sie entspricht der Fläche unter der Dichtefunktion f(t), die sich bis zum Wert x kumuliert hat.

    \(F(X) = \int\limits_{ - \infty }^\infty {f\left( t \right)} \,\,dt\)

    Weil bei stetigen Zufallsvariablen die Wahrscheinlichkeit für jeden einzelnen Wert Null ist, gemäß \(P(X = x) = 0\) ist es egal, ob die Intervallgrenze zum Intervall gezählt wird [a, b], oder ob nicht (a, b):

    \(P\left( {a \le X \le b} \right) = P\left( {a < X \le b} \right) = P\left( {a \le X < b} \right) = P\left( {a < X < b} \right) = F(b) - F(a)\)


    Erwartungswert

    Der Erwartungswert E(X) einer stetigen Zufallsvariable X gibt an, welchen Wert die Zufallsvariable X im Mittel bei einer unbegrenzten Wiederholung annimmt. Gegenüber dem Erwartungswert einer diskreten Verteilung ersetzt man bei der stetigen Verteilung die Summe durch das Integral und die Wahrscheinlichkeit P(X=xi) durch die Dichtefunktion f(x).

    \(E(X) = \mu = \int\limits_{ - \infty }^\infty {x \cdot f\left( x \right)} \,\,dx\)


    Varianz

    Die Varianz einer stetigen Zufallsvariablen ist die mittlere quadratische Abweichung der Zufallsvariablen von ihrem Erwartungswert und somit ein Streumaß der beschreibenden Statistik.

    \({\sigma _x}^2 = Var\left( X \right) = E{\left( {X - {\mu _x}} \right)^2} = \int\limits_{ - \infty }^\infty {{{\left( {x - {\mu _x}} \right)}^2}} \cdot f\left( x \right)\,\,dx\)


    Verschiebungssatz

    Der Verschiebungssatz für stetige Zufallsvariablen kann den Rechenaufwand für die Berechnung der Varianz verringern.

    • Der 1. Term ist das einfacher zu rechnende Integral von X2 , also dem Erwartungswert von X2
    • Der 2. Term ist ganz simpel das Quadrat vom Erwartungswert von X

    \({\sigma _x}^2 = Var(X) = E{\left( X \right)^2} - {\left( {E\left( X \right)} \right)^2} = \left( {\int\limits_{ - \infty }^\infty {{x^2} \cdot f\left( x \right)\,\,dx} } \right) - {\left( {E\left( X \right)} \right)^2}\)


    Standardabweichung

    Die Varianz einer stetigen Zufallsvariablen hat den Nachteil, als Einheit das Quadrat der Einheit der zugrunde liegenden Zufallsvariablen zu haben. Das ist bei der Standardabweichung (auf Grund der Quadratwurzel) und beim Erwartungswert nicht der Fall.
    \({\sigma _x} = \sqrt {Var\left( X \right)} \)


    Physikalische Analogie für den Erwartungswert und für die Varianz:

    • Physikalisch entspricht der Erwartungswert dem Schwerpunkt. Man muss sich dabei die Massen R(X=xi) an den Positionen xi entlang vom Zahlenstrahl x plaziert vorstellen.
    • Physikalisch entspricht die Varianz dem Trägheitsmoment, wenn man den oben beschriebenen Zahlenstrahl um eine Achse dreht, die senkrecht auf den Zahlenstrahl steht und die durch den Schwerpunkt verläuft
    Stetige Zufallsvariable
    Zufallsexperiment
    Dichtefunktion
    Verteilungsfunktion stetiger Zufallsvariablen
    Erwartungswert stetige Verteilung
    Varianz einer stetigen Zufallsvariablen
    Verschiebungssatz für stetige Zufallsvariablen
    Standardabweichung
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