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Mensch-Maschine Schnittstelle zwischen KI und Nutzer

    Formel

    Mensch-Maschine Schnittstelle zwischen KI und Nutzer

    Entscheidend für die Akzeptanz der auf künstlicher Intelligenz basierenden Anwendungen ist die Mensch-Maschine-Schnittstelle (MMI, Man-Machine-Interface).

    Für die Kommunikation zwischen Anwender und KI haben sich besonders Natural Language Processing Systeme bewährt. Gesprochene oder geschriebene Sprache sind uns Menschen bestens vertraut und NLP-Systeme reduzieren die Hürden bei der Interaktion mit KI-Systemen und erhöhen, da sie intuitiv und effektiv nutzbar sind, die Akzeptanz von KI-Anwendungen.


    Semantik

    Semantik ist ein Begriff aus der Sprachwissenschaft und beschäftigt sich damit, wie in einer Sprache Bedeutung während einer Kommunikation auf Basis von Zeichen, Symbolen, Wörtern und Sätzen verstanden wird.

    Betrachten wir den Satz: „Die Katze jagt die Maus“. Die Semantik beschäftigt sich damit, was die Worte bedeuten und in welcher Beziehung sie zueinanderstehen.

    • Eine Katze ist ein beliebtes Haustier auf 4 Pfoten, welches über einen angeborenen Jagdtrieb verfügt und sich gerne von Nagetieren und Vögeln ernährt.
    • Eine Maus ist ein anpassungsfähiges Nagetier, das sich von Pflanzen und Körnern ernährt und Katzen meidet.
    • Jagen bedeutet, dass die Katze auf die Maus lauert, sie verfolgt, angreift, tötet und frisst.

    Der Kontext, in dem dieser Satz zu sehen ist, besteht darin, dass ein Raubtier, welches ein beliebtes Haustier ist, kleine Nagetiere jagt, um sich von ihnen zu ernähren. (Zu mindestens dort, wo es kein Kitekat zu fressen gibt 😉)


    Conversational AIs

    Erfolgt das Dialogmanagement, also die Mensch-Maschine-Schnittstelle über einen Chat, so spricht man von einem conversational AI-System. Dieses ermöglicht es, mehrere aufeinanderfolgende Textein- und -ausgaben im Rahmen eines Gesprächsverlaufs (Chat) zu verwalten, um eine längere Konversation zu ermöglichen, ohne dass die KI den „roten Faden“ verliert.


    Natural Language Processing (NLP)

    Als Schnittstelle zwischen dem Menschen und der KI, also der sogenannten Mensch-Maschine-Schnittstelle (MMI), haben sich Natural Language Processing (NLP) Systeme bewährt. NLP-Systeme sind darauf ausgerichtet, menschenähnliche Kommunikation in Textform zu ermöglichen. Die Kommunikation zwischen Menschen und Maschine kann z.B. in Form eines Chats erfolgen.

    Semantik spielt in NLP-Systemen eine wichtige Rolle, denn deren Ziel ist es, die Bedeutung von Texten automatisch zu erfassen, zu analysieren und darauf zu reagieren.

    Bei Chatbots dient NLP dazu, Fragen zu analysieren und präzise sinnvolle Antworten in Textform zu generieren. Der Chatbot stellt dabei die Mensch-Maschine-Schnittstelle auf Basis textueller Ein- und Ausgaben dar.

    Chat

    Ein Chat ist auf einen spezifischen Kontext (das ist ein thematischer Zusammenhang) bezogen und kann nur eine endliche Anzahl an Token umfassen. Eine LLM basierte KI wie ChatGPT verliert nach dem Überschreiten einer vorgegebenen Anzahl an Token den “roten Faden“ in einem Chat. D.h. es weiß nicht mehr, was es zuvor von sich gegeben hat. Das ist bei uns Menschen aber auch so …

    Chatverlauf mit durchgängigem Kontext

    Die vergangenen Anfragen bleiben in der linken Bildleiste von ChatGPT erhalten und können jederzeit im Rahmen dieses Chats fortgeführt werden. Will man das Thema wechseln, so bietet sich der Button „New Chat“ an, wodurch man einzelne Chats thematisch fokussieren kann.

    Man spricht vom Kontext des Chats, der es einer LLM basierten KI ermöglicht zu wissen, um welches übergeordnete Thema es bei einer Abfolge von Anfragen – dem Chatverlauf - geht. Für die simple maschinelle Übersetzung einzelner Phrasen aus wenigen Wörtern ist kein „Erinnerungsvermögen“ der NLP erforderlich.

    Bei chatbasierte KIs, wie bei ChatGPT und Gemini, wird das Erinnerungsvermögen in Token (Textfragmenten) gemessen. Es müssen hinreichend viele neuen Token generiert werden, damit der „rote Faden“ während des Chats nicht verloren geht und andererseits nur so wenige Token um das Ziel (die Antwort) erreichen zu können, ehe der Speicherplatz überläuft. ChatGPT-3.5 nennt selbst 4.096 Token als Maximum für alle Ein- und Ausgabe zusammen, die während eines Chats anfallen. GPT40 nennt bereits 128.000 Token, Google Gemini steht 05.2024 bei 1.000.000 Token und soll bald über 2.000.000 Token lang den Kontext erfassen können.

     

    Large Language Modelle (LLM)

    Die bereits erwähnten Natural Language Processing (NLP) Systeme basieren wiederum auf Large Language Modellen. LLMs sind auf das Verständnis von natürlicher Sprache spezialisierte neuronale Netze, die, wenn sie über mehrere Hidden Layer verfügen, als Deep Learning bezeichnet werden.

    Sprachmodelle sind eine mathematische Beschreibung dafür, wie natürlich-sprachige Sätze typischerweise aufgebaut sind. Sie funktionieren aber nicht regelbasiert, etwa auf der Basis von grammatikalischen Regeln und Wörterbüchern, sondern basieren auf statistischen Zusammenhängen über das gemeinsame Auftreten von Wörtern.

    „An einem heißen Sommertag führte ich ein Glas Wasser zum Mund und nahm einen kräftigen ?????“. Vermutlich hat Ihr Gehirn den Satz – auf Grund von Erfahrungen und der damit verbundenen statistischen Wahrscheinlichkeit – schon vervollständigt. Denn wir haben seit unserer Kindheit gelernt, dass wir Menschen in diesem Kontext einen „Schluck“ nehmen und ganz sicher nicht einen Bissen oder gar einen Elefanten.

    Bei einem LLM werden solche statistischen Zusammenhänge selbstständig anhand von riesigen Datenmengen auf Basis von Wahrscheinlichkeiten erlernt und durch künstliche neuronale Netze abgebildet.

    Große Sprachmodelle (LLMs) wie ChatGPT und Gemini wurden mit mehreren hundert Milliarden an Texten trainiert, wovon etwa Wikipedia weniger als 0,5% der Trainingsdaten ausmacht.

    Nach dem Training können Texte kontextbezogen in natürlicher Sprache automatisiert gelesen und geschrieben werden.


    Verarbeitungseinheiten eines LLMs

    Prompt

    So wie es uns von der Google-Suche vertraut ist, gibt man in den Eingabe-Slot von ChatGPT und Gemini eine Suchanfrage, die Prompt genannt wird, ein. Der Prompt steuert wie das LLM den Text verarbeitet.

    Im Unterschied zur Google-Suche formuliert man sein Ansinnen aber nicht stichwortartig, sondern in mehreren ganzen natürlich-sprachigen Sätzen. Stellt man eine Frage in deutscher oder englischer Sprache, so erfolgt die Antwort in der entsprechenden Sprache. Der Eingabe kann und soll auch Hinweise auf die Zielgruppe der Antwort mitgeben (etwa „schülergerecht“, „in 5 Bullet Points“, …).

    Man kann LLM basierte KIs auch bitten eine konkrete Sichtweise einzunehmen ("Wie hätte Newton das erklär") oder ein Sprachniveau (A1, also einfachstes Vokabular) einzuhalten. Für jedes neue Thema sollte man einen separaten Chat anlegen, damit die KI den Überblick behält, worum es thematisch geht. Zudem fänge das Zählen der Token von neuem an.

    Token
    Der mittels Prompt eingegebene Text wird in einzelne Text-Fragmente, sogenannte Token zerlegt. Ein Token ist zugleich die kleinste Einheit in der LLM basierte KIs Texte verarbeitet und sie sind auch die Basis für die Verrechnung bei Bezahlmodellen. LLM basierte KIs versteht Eingaben auf Basis von Token und generiert Ausgaben auf Basis von Token. Ein Token kann dabei ein Satzzeichen, der Teil eines Worts, ein einzelnes Wort oder eine ganze Phrase umfassen.

    Token-Vektor
    Jeder Token aus den Trainingsdaten wird mittels eines Zahlenvektors in einem virtuellen multi-dimensionalen Vektorraum dargestellt. Das ist extrem aufwändig!

    Die Vektoren sind so konzipiert, dass sie semantische Informationen über den Token enthalten und es dem Transformer (das T in GPT) ermöglichen, Beziehungen zwischen den Tokens zu modellieren. Auf Basis der Token-Vektoren kann der Transformer komplexe sprachliche Muster erkennen. Die Vektoren können dazu verwendet werden, um mathematische Operationen auf den Token anzuwenden, wie das Berechnen von Ähnlichkeiten zwischen Token oder das Generieren von Text basierend auf Token unter Berücksichtigung der Wahrscheinlichkeit für eine insgesamt intelligente Antwort über mehrere Sätze hinweg.

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